ORNARALSTON

Liebe spirituell Suchende und Findende,


in letzter Zeit werde ich häufiger gefragt, warum ich gegen Ayahuasca sei. Leute, ich bin nicht gegen Ayahuasca. Ich kann bloss nicht verstehen, warum man das einnehmen dieser Pflanze als ein spirituelles Erlebnis bezeichnet. Das ist ein bischen wie wenn man behauptet Hamburger vom Fliessband seien eine vitamin- und mineralienreiche Mahlzeit. Keine Frage, es ist ein geschmackliches Erlebnis diesen Hamburger zu essen. Und er sättigt einen. Aber wir sind uns wohl einig, dass er keine abwechslungsreiche, frisch zubereitete Kost ersetzt, geschweige denn den Körper auf Dauer gesund hält.

Gerne möchte ich zurückfragen: warum sind die inneren Bilder und Erlebnisse, die ihr mit Ayahuasca habt spirituell und die Rauschzustände unter Alkoholeinfluss bloss Rauschzustände? Woran macht ihr einen spirituellen Unterschied fest, zwischen einer Halluzination unter LSD und einer Halluzination unter Ayahuasca? Und was am Erlebnis unter Einnahme von Ayahuasca ist spiritueller als unter Einnahme von Marihuana?

Was sie alle gemeinsam haben: es sind Drogen. Ja, es tut mir leid. Und wenn ihr mir sagt, dass ihr Ayahuasca nehmt um ein phantastisches Drogenerlebnis zu haben, ok. Dagegen ist nichts einzuwenden. Mit ein bischen Glück und einem sorgfältigem Umgang kann auch Heilung dabei geschehen. Ein Erlebnis mit LSD kann auch Heilung anstossen, Erkenntnisse über das Unbewusste ans Tageslicht befördern und Marihuana hat nachweislich vielfältige heilende Eigenschaften.


Aber es ist kein spiritueller Weg. Es ist keine Fastfoodtüre in den inneren Himmel. Es ist schlichtweg was es ist. Ein intensives Erlebnis. Ein Rauschzustand, der wieder vorbei geht. Und der kann himmlisch, höllisch oder etwas dazwischen sein.




AYAHUASCA